Eine alte Gießerei als Schulstandort

Unser Schulgebäude ist die denkmalgeschützte „Gladenbecksche Gießerei“ in der Peter-Hille-Str. 36. Das Gebäude ist nur wenige Minuten sowohl vom Marktplatz wie auch vom S-Bahnhof-Friedrichshagen entfernt. Im März 2009 wurde der Mietvertrag unterzeichnet. Seit September 2009 standen dem Schulbetrieb vorerst 800 qm zur Verfügung. Die Räume können mit einer durchschnittlichen Größe von 80 qm als Lernlandschaften genutzt werden. Der Um- und Ausbau des Gebäudes erfolgte stufenweise und ist seit dem Jahr 2014 abgeschlossen.

Wo die Goldelse entstand..

Die Gladenbecksche Bronzegießerei in Friedrichshagen stand einst an der Spitze der Berliner Kunstindustrie. Noch heute erinnern in der Mitte von Berlin Kunstwerke an die Blütezeit dieser Gießerei - die Victoria auf der Siegessäule (Goldelse) und der Neptunbrunnen (Schlossbrunnen) sind Zeugen Friedrichshagener Kunstgeschichte.

Die Gladenbecksche Gießerei in Friedrichshagen

 

Karl Gustav Hermann Gladenbeck, der Gründer der Gießerei, wurde am 24. Januar 1827 in Berlin geboren. Mit knapp vierzehn Jahren verließ er die Schule und begann eine Lehre als Eisen- und Zinkgießer. Seine ersten eigenen Gießversuche führte Hermann Gladenbeck in der Küche seiner Mutter durch. Da Arbeitsräume fehlten, wurde die mütterliche Kochmaschine zum Schmelzofen umfunktioniert. 1851 gelang es ihm eine eigene Werkstatt anzumieten. Die sich nun anschließende Karriere verdankte Gladenbeck einem Auftrag von Christian Daniel Rauch. Rauch beauftragte ihn mit einem Monumentaldenkmal von  Friedrich II. Die Aufgabe wurde von Gladenbeck derart überzeugend gemeistert, dass er mit zahlreichen Aufträgen überschüttet wurde. Bald wurde die Gladenbecksche Gießerei viel zu klein und die Königliche Bronzegießerei in der Münzstraße wurde ihm unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Insgesamt hatte Gladenbeck weniger als 6 Jahre gebraucht, um aus der Küche seiner Mutter in die bedeutendste Gießerei Preußens zu gelangen. Der damalige Denkmalboom kam der beruflichen Entwicklung sehr entgegen. Die erfolgreichen Kriege gegen Österreich(1866) und Frankreich (1870/1871), die Reichsgründung und Kaiserkrönung setzen eine große nationale Begeisterung frei, die sich in der Denkmalkunst niederschlug.

1887 wurde Gladenbecks Mietvertrag in der Münzstraße gekündigt. Der mittlerweile sechzigjährige Gladenbeck begab sich auf die Suche nach einer neuen Produktionsstätte. Die Wahl fiel auf Friedrichshagen. Hier hatte Gladenbeck 1874 Land zur Errichtung eines Wohnhauses erworben, diese Flächen sollten nun ausgebaut werden.  Friedrichshagen als Kurort war von diesem Vorhaben nicht begeistert und fürchtete um seine Sommergäste. Dennoch erhielt am 4. Juli 1887 Hermann Gladenbeck die Baugenehmigung. Ein Charlottenburger Architekt entwarf den  hufeisenförmigen, repräsentativen Backsteinbau, der heute mehr oder weniger unverändert als Schulgebäude und Kulturraum zugänglich ist.